Ramadan - Presse-Information

Grafik: Symbol für NewsletterAm 6. November 2002 beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan. Das Fasten in diesen 30 Tagen gehört zu den Grundpflichten eines jeden erwachsenen Gläubigen. Die Regeln für das Fasten sind im Koran und in der Überlieferung festgelegt, wobei das Verhalten des Propheten Mohammed Vorbild für alle Muslime ist.
Die tägliche Fastenzeit dauert von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. In dieser Zeit dürfen keine Nahung und keine Flüssigkeiten in den Körper gelangen. Auch andere Annehmlichkeiten des Alltags sind zu unterlassen. Deshalb wird in der täglichen Fastenzeit nichts gegessen und getrunken, und die Gläubigen enthalten sich z. B. des Rauchens, tragen kein Parfüm und praktizieren keinen Geschlechtsverkehr. Besonders strenggläubige Muslime achten auch darauf, dass sie beispielsweise beim Zähneputzen nicht hinunterschlucken.
Reisende, Kranke, Schwangere oder stillende Frauen sind von der Verpflichtung des Fastens ausgenommen. Sie sollen die Fastentage aber zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.
Muslime erleben das Fasten als eine heilige Zeit, in der sie sich intensiv mit ihrem Glauben auseinandersetzen, Disziplin üben und ihre Hingabe an Allah dokumentieren. Besuche in der Moschee, Gebete und die Rezitation des Koran gehören deshalb zum Fasten dazu. Durch das von allen Muslimen zur gleichen Zeit praktizierte Fasten entsteht außerdem ein intensives Gemeinschaftsgefühl, das durch Zusammenkünfte in der Familie oder in der Moschee noch verstärkt wird. Das gilt auch für das dreitägige Fest des Fastenbrechens (Id al-Fitr), das zu Beginn des auf den Ramadan folgenden Monats gefeiert wird. Das Fest drückt die Freude darüber aus, die Entbehrungen des Fastens auf sich genommen zu haben. Angehörige besuchen sich gegenseitig und tauschen Geschenke. In den Familien und in den Moscheegemeinden werden Festessen veranstaltet, und wenn möglich wird der Verstorbenen mit einem Besuch auf dem Friedhof gedacht. Die türkische Bezeichnung "Zuckerfest" rührt von den Süßspeisen her, die vor allem für die Kinder zubereitet werden.
Das Fest des Fastenbrechens ist eines der beiden islamischen Hauptfeste und hat für die Muslime die gleiche Bedeutung wie Weihnachten für Christen. Ramadan gilt auch als Zeit der Versöhnung unter den Menschen, und das Fasten soll zur Vergebung der Sünden führen. Auch dies wird durch das Fest des Fastenbrechens ausgedrückt. Um an den Feierlichkeiten teilnehmen zu können, erhalten Schüler auf Antrag einen Tag schulfrei. Für Arbeitnehmer gibt es keine vergleichbare Regelung, sodass meist ein oder mehrere Urlaubstage reserviert werden müssen.
Der islamische Kalender folgt dem Mondlauf um die Erde. Ein islamisches Jahr ist deshalb um 10 bis 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr. Dadurch wandert auch der Fastenmonat Ramadan im Lauf der Jahre durch alle Jahreszeiten. Zur Bestimmung des Monatsanfangs muss die erste Mondsichel nach Neumond gesichtet werden. Astronomische Berechnungen sind hingegen nur als Hilfe zugelassen. Deshalb kann der Monat Ramadan in den verschiedenen Kontinenten zu unterschiedlichen Zeiten beginnen.

 

Weitere Informationen: http://www.religion-online.info/islam/themen/ramadan.html

 

Steffen Rink

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Verbreitet am: 01.11.2002