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Grafik Seitentitel: 'Hinduismus - Gruppen und Organisationen'

Grafik: Symbol für Hinduismus - Om-SilbeIn Deutschland leben rund 100.000 Menschen, die einer der Religionen des Hinduismus zugerechnet werden können. Dabei stellen Hindus aus Indien (rund 45.000) und aus Sri Lanka (rund 35.000 bis 40.000) die größten Gruppen dar. Hindus aus Indien sind vor allem durch Arbeitsmigration nach Deutschland gekommen. Sri Lanka hingegen leidet seit Jahrzehnten unter einem Bürgerkrieg zwischen Hindus (Tamilen) und buddhistischer Mehrheit. Neben Menschen aus diesem beiden Ländern gibt es in Deutschland noch rund 5.000 Hindus aus Afghanistan sowie rund 7.500 Deutsche, die sich vor allem einer der zahlreichen neohinduistischen Gemeinschaften angeschlossen haben.
 
Die Hindus in Deutschland sind meist nur lokal organisiert, in der Regel um einen privat oder im Verein unterhaltenen Tempel. Doch auch hier scheint es seit einigen Jahren verstärkte Vernetzungen zu geben. Gruppen des Neohinduismus werden häufig auch als "Sekte" bezeichnet. Sie werden aber - zumindest bis zur Umsetzung des Infobereichs "Neue Religionen" - an dieser Stelle aufgeführt, da sie ein Teil des vielfältigen Panoramas hinduistischer Religiosität in Deutschland darstellen.
Englischsprachige Webseiten werden hier nicht aufgeführt.

Organisationen indischer Hindus

Indischer Kulturverein (Bharat Samiti) e. V., Köln

Der Kulturverein steht als Beispiel für die Organisation von indischen Hindus in Deutschland; sie bezeichnen sich oft als Kulturverein. In der Öffentlichkeit sind die Vereine hauptsächlich durch die jährlichen Durga Pujas präsent, die als mehrtägiges religiöses und kulturelles Festival gefeiert werden. Die Puja in Köln gilt als die größte in Deutschland.

>> Indischer Kulturverein, Homepage der Durga Puja
>> Puja Bremen - Veranstaltungsseite
>> Puja Suttgart (private Seite)

Bengalische Vereinigungen

Bengalen bezeichnete früher das heutige Bangladesh, außerdem gibt es einen indischen Bundesstaat West-Bengalen. In Bangladesh gibt es nur eine hinduistische Minderheit. Unter den Namen Bengalischer Kulturverein, Bengal Association und ähnlich haben sich Hindus vor allem aus dem indischen Teil Bengalens zusammengeschlossen. Homepages existieren nicht (Stand: April 2005).

Organisationen tamilischer Hinduis

Kamadchi Ampal Tempel e. V.

Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel im westfälischen Hamm ist der größte hinduistische Tempel in Deutschland, so auch der größte Tempelverein tamilischer Hindus. Das Bauwerk selbst ist nach anfänglichen Konflikten der Errichtung zu einem auch touristischen Anziehungspunkt geworden.
Homepages anderer tamilischer Tempelvereine existieren zurzeit (April 2005) nicht. Projekte der Darstellungen von Religionen im lokalen Raum verweisen aber auch entsprechende Adressen, manchmal werden auch ergänzende Hinweise zu den Gemeinschaften gegeben.
Die Homepage des Tempelvereins in Hamm gibt Einblicke in den Tempel, die Feste, und zudem einen Link zu den wissenschaftlichen Arbeiten von Martin Baumann über die Tempelgemeinde.

>> Sri Kamadchi Ampal, Hamm

Organisationen afghanischer Hindus

Zu afghanischen Hindus sind keine Internetseiten verfügbar (Stand: April 2005). Lokale Adressen lassen sich über Internet-Suchmaschinen mit Suchkombinationen, z. B. "hindu+akulturverein" herausfinden.

Neohinduistische Gemeinschaften und Gruppen, die sich auf die hinduistische Tradition beziehen

Diese auch als "Sekten" oder "Guru-Bewegungen" bezeichneten Gruppen sind in der Regel um eine charismatische Gründungsfigur organisiert. Sie beanspruchen häufig, altes Wissen der heiligen Texte Indien - der Veden - neu entdeckt bzw. interpretiert zu haben. Zu expliziten Gemeinschaften des Neohinduismus werden solche Gemeinschaften unter anderem dadurch, dass sie die Annahme vertreten, dass in den Veden bereits alles heutige naturwissenschaftliche oder medizinische Wissen enthalten gewesen sei. Dies ist eine Denkrichtung der indischen Philosophie des 19. Jahrhunderts, mit der unter anderem die Gleichwertigkeit der indischen Kultur und Tradition gegenüber der westlichen "Moderne" behauptet wurde. Ebenfalls neohinduistisch sind Darstellungen, die die vielfältige Götterwelt der hinduistischen Religion auf wenige Hauptgottheiten - analog monotheistischem Denken - reduzieren. In der Praxis wird oft eine besondere Hingabe (bhakti) an diese Hauptgottheit - Shiva, Krishna, oder auch Durga gelehrt.

Adidam

Die Gemeinschaft wurde 1972 von Adi Da Samraj (Franklin Jones, geb. 1939) gegründet. Als Avatar (Herabkunft des Göttlichen) wird Adi Da Samraj als Gegenwart des (in allen Kulturen verheißenen) Göttlichen angesehen, dem einen spiritueller Weg offenbart wurde, der auf der Einheit von Glauben und wissenschaftlicher Erkenntnis beruht.

>> Startseite deutscher Adidam-Texte

Amma / Amrita-Verein

Die Gruppe geht auf die 1953 geborene Amma (Sudhamani) zurück. Religiös bezieht sich die Gemeinschaft auf traditionelle hinduistische Lehren, die von Amma um eine lebenspraktische Philosphie der caritativen Tätigkeit erweitert wurde.

>> Deutsche Homepage

Ananda Marga

Ananda Marga - "der Weg zur Glückseligkeit" - wurde 1955 in Indien von Prabhat Ranjan Sarkar als religiös-politische Erneuerungsbewegung gegründet. Sarkar wurde als Guru auch Sri Anandamurti genannt. Das Konzept verbindet klassische religiöse Lehren mit einer nach spirituellen Gesichtspunkten ausgerichteten Sozialreform

>> Deutsche Homepage

Aurobindo / Auroville / Integraler Yoga

Die Bewegung wurde von Sri Aurobindo (1872-1950) in Indien gegründet. Aurobindo beansprucht im "Integralen Yoga" die Verbindung aller Yoga-Techniken und die Erweiterung des Ziels der Yoga-Technik hin zur Erfahrung der "Ganzheit", d. h. eines Zustands vollkommener Göttlichkeit. 1968 wurde im indischen Auroville eine Modellstadt begründet, in der die Menschen nach den Lehren Aurobindos leben. Eine wichtige Rolle spielte auch die "Mutter" (Mira Alfassa, 1878-1973), die die Organisation leitete

>> Aurobindo - Deutsche Homepage
>> Auroville - Deutsche Homepage

Avatar / Star's Edge International

Die Organisation ist durch die mit einem Markenschutzzeichen bekannten Anzeigen bekannt. Es handelt sich um ein kurartig aufgebautes Trainingssystem mit dem Ziel der Bewusstseinserweiterung auf spiritueller Basis.

>> Deutsche Homepage

Babaji / Kriya Yoga

Diese Gemeinschaft eines neuen Yoga-Weges wird von Babaji geleitet, der den Anspruch vertritt, die Inkarnation eines 1946 von Yogananda geweissagten Christus-ähnlichen Heiligen zu sein. Babaji wird zugesprochen, die Welt seit dem 2. Jh. vor Christus bereits aus dem Verborgenen geführt zu haben. Kriya-Yoga wird als alte, zwischenzeitlich aber nicht mehr gelehrte Yoga-Technik angesehen, die den Menschen zur Einheit von Körper und Seele führt und das menschliche Bewusstsein zu seiner wahren Identität entwickelt.

>> Babaji - Deutsche Homepage

Brahma Kumaris

Die "Töchter Brahmas" wurden 1930 in Indien von Lekh Raj gegründet. Raj wird als Brahma, Schöpfer einer neuen Welt angesehen, der die Menschen auf ein kommendes Goldenes Zeitalter vorbereitet.

>> Deutsche Homepage

Sri Chinmoy

Die Lehre Chinmoys ist hinduistischen Ursprungs, verkündet aber eine umfassende, nicht an Religionen gebundene Spiritualität. Mit Aktivitäten verschiedener Art (v. a. Musik) will er die spirituelle Entwicklung der Menschheit fördern.

>> Homepage, deutscher Bereich

ISKCON / Hare Krishna

Die International Society for Krishna Consciousness ISKCON ist in Deutschland vielen als "Hare Krishna" bekannt. Die 1966 gegründete von Prabhupada gegründete Gemeinschaft bezieht sich auf die Bhagadgita als Hauptwerk der vedischen Schriften und verbindet dies mit einer intensiven Verehrung der Gottheit Krishna. Durch das Chanten (Singen) des Krishna-Mantras ("Hare Krishna, Hare Krishna, Hare Hare..." soll eine positive spirituelle Entwicklung des Einzelnen wie der Gesellschaft erreicht werden.

>> Homepage

Osho / Bhagwan / Neo-Sannyas-Bewegung

Der Inder Chandra Mohan (1931-1990) entwickelte die Synthese von westlicher Psychologie und indischen Lehren. Zenrales Mittel, ein erweitertes Bewusstsein zu erlangen, sind verschiedene Formen der Meditation. Als Bhagwan (Erhabener) bzw. später Osho (Meister) unterzog Mohan die Gemeinschaft verschiedenen Wendungen; so spielt etwa der ursprünglich stark betonte Aspekt der Sexualität seit dem Aufkommen von AIDS eine weniger bedeutende Rolle für die Bewusstseinsarbeit. Die Gemeinschaft unterhält im indischen Poona (Pune) ein großes Meditationszentrum.

>> Übersichtsseite

Sant Mat

Die "Lehre der Heiligen" ist eine hinduistische Reformbewegung, die 1961 von Shiv Dayal Singh (1819-1879) ins Leben gerufen wurde. Nach der Lehre soll in der Meditation ein göttlicher Ton- und Klangstrom zur Wanderung der Seele in kosmische Sphären genutzt werden, wodurch eine spirituelle Vervollkommnung ermöglicht wird. In allen Religionen sei - was häufig die Auffassung neuerer hinduistischer Gruppen ist - ein Urwissen enthalten, das durch Sant Mat wiederentdeckt wurde.
Auf Grund von Streitigkeiten über die Nachfolger Shiv Dayal Singhs als "lebenden Meister" hat sich die Bewegung in zahlreiche Gruppen zersplittert. In Deutschland sind die umstrittene "Holosophische Gesellschaft" (auch: Sant Mat Meditation, früher: "Kirpal Ruhani Satsang", geleitet von Thakar Singh) und die "Wissenschaft der Spiritualität" (früher: Sawan Kirpal Ruhani Mission) vertreten. Auch die Gemeinschaft "Eckankar" beruft sich auf Shiv Dayal Singh.

>> Ruhani Satang (Kirpal Singh)
>> Thakar Singh
>> Wissenschaft der Spiritualität

Die Links verweisen auf wichtige Organisationen in Deutschland

Transzendentale Meditation

TM lehrt, wie viele Bewegungen, eine vereinfachte Meditationstechnik zur geistigen Vervollkommung. Ebenfalls typisch für neue hinduistische Bewegungen ist der Rückbezug auf alte Lehren, die neu und im Licht von wissenschaftlichen Erkenntnissen interpretiert werden. Der Gründer Maharishi Mahesh Yogi steht auch für eine eigene Methode des Ayurveda, dem traditionellen indischen System der Heilkunst.

>> Homepage

Vedanta-Gesellschaft

Die 1996 gegründete Vedanta-Gesellschaft geht auf eine hinduistische Reformströmung unter Vivekananda zurück. Durch Yoga müsse die göttliche Natur des Menschen offenbart werden. Die Gesellschaft ist zugleich im interreligiösen Dialog engagiert, denn sie sieht es als Ziel an, indische Philosophie mit westlichen Vorstellungen zu versöhnen.

>> Homepage der deutschen Vedanta-Gesellschaft

(Sprache der Seiten: Englisch)

Links zu sog. Sekten mit hinduistischem Hintergrund

Wie bereits angeführt, stehen einige der oben aufgeführten Gemeinschaften durch ihre Charakterisierung als sog. Sekte in der öffentlichen Kritik. Um die Gemeinschaft einschätzen zu können, sollten neben den eigenen Webseiten auch andere Stimmen in eine eigene Beurteilung einfließen.
 

>> Evangelische Informationsstelle, Schweiz

Die Seite bietet neben weitergehenden Erläuterungen auch kritische Einschätzungen sowie weiterführende Links.

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Letzte Aktualisierung: 28.10.2005

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