Zum Bereich "Gemeinschaften im Buddhismus"

Grafik: Symbol für Buddhismus: Rad mit acht SpeichenIn Deutschland leben rund 200.000 bis 230.000 Budhistinnen und Buddhisten. 100.000 von ihnen sind deutsche Buddhisten, das heißt Menschen aus Deutschland, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens die dreimalige Zuflucht zum Buddha, zur Gemeinschaft und zur Lehre genommen haben. Von den ausländischen Buddhisten stammt die größte Gruppe (ca. 60.000) aus Vietnam, gefolgt von Buddhisten aus Thailand (ca. 20.000 bis 30.000).
 
Die Buddhisten sind in Gemeinschaften organisiert, deren Größe stark unterschiedlich ist. Ein weiteres Unterscheidungskritierium ist die Zuordnung einer Gemeinschaft zu einer der buddhistischen Traditionen und Schulen. Dabei sind die Grenzen fließend und eine letztlich "gültige" Zuordnung ist in vielen Fällen zweifelhaft, da in der Praxis und im Lebensvollzug unterschiedliche Lehrinterpretationen wirksam werden. Schließlich sind die Buddhisten auch nur selten in "Dachverbänden" organisiert. Wesentlich bedeutender sind spirituelle Lehrerinnen und Lehrer - sei es, dass sie das Zentrum gegründet haben, sei es, dass sich die Mitglieder einer lokalen Gruppe der Lehre einer spirituellen Persönlichkeit (Lehrer, Lama oder einfach nur Interpret) zugehörig fühlen. Darüber hinaus treten die Unterschiede der Traditionen oder Schulen durch die Situation als religiöse Minderheit bzw. als Religion in der Fremde zurück - bis hin zu Ansätzen, einen spezifischen Buddhismus im Westen oder Buddhismus für den Westen zu schaffen. Die Zahl der Gruppen wird in einer Übersicht der Deutschen Buddhistischen Union zurzeit (August 2003) mit rund 630 angegeben.
 
Diese Einzelgemeinschaften finden natürlich sich selbstverständlich nicht alle auf den nachfolgenden Seiten. Wenn es Dachverbände oder überregionale Zentren gibt, sind nur diese verzeichnet. Und es wurden zunächst nur solche Gemeinschaften aufgenommen, die über eine eigene Internet-Seite verfügen.
Die Deutsche Buddhistische Union (DBU) fungiert als Zusammenschluss des Buddhismus in Deutschland. In ihr sind alle Traditionsrichtungen vertreten - teils über Dachverbände, teils über Einzelgemeinschaften. Grundlage der Zusammenarbeit ist das Buddhistische Bekenntnis, das 1985 von deutschen Gemeinschaften verabschiedet wurde. Zunehmend werden auch die Vereinigungen ausländischer Buddhisten Mitglied in der DBU. Aus der unterschiedlichen Struktur der buddhistischen Gemeinschaften kann nicht geschlossen werden, dass die Zahl der Mitgliedsverbände (zurzeit 52) im Verhältnis zu den Gemeinschaften (550) klein ist. Auch die großen Verbände mit bis zu 80 lokalen Gruppen sind Mitglied der DBU.
 
Das Interesse am Buddhismus hat sich in den vergandenen 30 Jahren deutlich verschoben. Anfangs hervorgerufen durch intellektuelle Suche nach Alternativen zu einer als materialistisch kritisierten Welt, standen die "klassischen" Schulen (Theravada, Mahayana) zunächst im Vordergrund. Das korrespondierte mit Ansätzen, einen Ur-Buddhismus aufzuspüren. Seit den 1980er Jahren sind jedoch Zen-Gemeinschaften und Gruppen des tibetischen Buddhismus dominierend. Hier scheinen die Möglichkeiten unmittelbarer spiritueller Erfahrung wesentlich einfacher zu erreichen als im "traditionellen" Buddhismus, der von seinen Anhängern jahrelange Meditation und rechten Lebenswandel verlangt. Deshalb wird immer wieder einigen Zen-Gruppen und Gemeinschaften des tibetischen Buddhismus vorgeworfen, einen "Instant-Buddhismus" zu vertreten. Das korrespondiert mit Ansätzen, die versuchen, unter Bewahrung eines Kerns der Lehre die Vermittlung der Botschaft dem westlichen Kulturkreis anzupassen.
 
Die Gliederung auf den Seiten der Informationsplattform Religion versucht eine Orientierung an den großen Traditionen. Die kurzen beschreibenden Texte basieren auf den Selbstdarstellungen der Internetseiten der Gruppen, teilweise ergänzt durch Sekundärliteratur. Für die Suche nach bestimmten Gemeinschaften empfiehlt sich die Adressenliste der DBU (Link auf der Gruppen-Startseite). Hier sind sowohl die Traditionen als auch die spirituellen Lehrer vermerkt.
 
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Steffen Rink

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Letzte Aktualisierung: 28.03.2004